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Bürgermeister Georg Willi (1. v. l.), Gleichbehandlungsbeauftragte Monika Erharter (2. v. l.), Stadträtin Uschi Schwarzl (7. v. l.), Frauenstadträtin Elisabeth Mayr, Stadträtin Andrea Dengg (1. v. r.) und VertreterInnen des Gemeinderates und verschiedener Frauenorganisationen hissten mit Referatsleiterin Uschi Klee (3. v. l.) die Fahne am Innsbrucker Rathaus.
Bürgermeister Georg Willi (1. v. l.), Gleichbehandlungsbeauftragte Monika Erharter (2. v. l.), Stadträtin Uschi Schwarzl (7. v. l.), Frauenstadträtin Elisabeth Mayr, Stadträtin Andrea Dengg (1. v. r.) und VertreterInnen des Gemeinderates und verschiedener Frauenorganisationen hissten mit Referatsleiterin Uschi Klee (3. v. l.) die Fahne am Innsbrucker Rathaus.

8. März: Internationaler Frauentag

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Ein eigenes Einkommen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Frauen, um sicher, eigenständig und unabhängig leben zu können. Frauen verdienen aber weiterhin deutlich weniger als Männer. Wie aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria zu ersehen, liegt die Differenz in Tirol bei durchschnittlich 22,9 Prozent – bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung und Vergleich der Bruttoeinkommen –  von Frauen und Männern (österreichweit 19,9 Prozent). Damit nimmt Österreich im EU-Vergleich weiterhin eine Schlussposition ein (EU-Schnitt: 16 Prozent).

Nur ein geringer Teil dieses Gender Pay Gaps (also der geschlechtsspezifische Lohnunterschied gemessen an den Bruttostundenverdiensten in der Privatwirtschaft) lässt sich durch verschiedene Faktoren wie Branche und Beruf erklären. Frauen arbeiten nach wie vor verstärkt in schlecht bezahlten Dienstleistungsberufen und anderen Branchen mit geringen Verdienstmöglichkeiten.

„Die Grundforderung nach gleichem Gehalt für gleiche Arbeit ist bis heute nicht erfüllt“, betont Frauenstadträtin Mag.a Elisabeth Mayr. „Langsamen Schrittes nähern sich die Gehälter von Frau und Mann etwas an, bis zu einer echten Einkommensgerechtigkeit ist es aber noch ein weiter Weg. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Gerechtigkeit im Stadtmagistrat vorleben und auf diese Weise Rückenwind für die Forderungen nach gerechter Bezahlung bieten.“

Quote wirkt: Mehr Frauen in Aufsichtsräten
Seit der Einführung der verbindlichen Quote für ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in Aufsichtsratsgremien mit 1. Jänner 2018 hat sich laut dem jährlich von der Arbeiterkammer publizierten „Frauen.Management.Report“ der Frauenanteil in quotenpflichtigen, börsennotierten Unternehmen von 22 Prozent (Jänner 2018) auf 27,5 Prozent (Jänner 2019) verbessert. Bereits die Hälfte der quotenpflichtigen Unternehmen erfüllt den Mindestanteil von 30 Prozent Frauen im Aufsichtsrat.

Stark unterrepräsentiert im Management
Im Managementbereich (Geschäftsführung, Vorstand) sieht die Verteilung allerdings wesentlich trister aus: In den Vorständen der börsennotierten Gesellschaften finden sich im Jänner 2019 lediglich zehn Frauen (4,9 Prozent), das ist sogar ein leichter Rückgang zum Vorjahr (5,1 Prozent). Auch in den 200 umsatzstärksten Unternehmen liegt der Anteil der Geschäftsführerinnen bei lediglich 8,2 Prozent und hat sich im Vergleich zum Vorjahr (2018: 8,4 Prozent) reduziert. Es manifestiert sich sehr deutlich, dass die erhoffte Sogwirkung der Quote im Aufsichtsrat leider ausgeblieben ist. Frauen sind zwar so gut ausgebildet wie nie zuvor, dennoch sind sie in Führungspositionen weiterhin stark unterrepräsentiert.

„Dieses Ungleichgewicht in der Verteilung der Managementaufgaben muss endlich einem Verhältnis weichen, das der Ausbildungs- und Qualifikationsrealität entspricht“, fordert Mayr einmal mehr deutlich. „Die Einführung der Aufsichtsrat-Quote zeigt in diesem Bereich Wirkung, aber es muss endlich ein Umdenken in den Köpfen der Gesellschaft einsetzen und auch das Potenzial der vielen gut ausgebildeten Frauen genutzt werden.“

Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, der Schweiz, den USA und Österreich statt. Im Jahr 1921 wurde der Internationale Frauentag auf den 8. März festgelegt, an dem seither weltweit mit Veranstaltungen und Aktionen auf die Anliegen der Frauen aufmerksam gemacht wird. Vor Kurzem wurde dieser Tag in Berlin sogar zum allgemeinen Feiertag erklärt. In diesen 108 Jahren hat sich die Lebenssituation von Frauen entscheidend verbessert, dennoch gilt es nach wie vor, die unerfüllten Grundforderungen weiter zu verfolgen und neue frauenpolitische Anliegen zu formulieren.

Fahne am Rathaus
Um ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit allen Frauen zu setzen und gleichzeitig all jene Frauen zu würdigen, die sich für die Rechte der Frauen eingesetzt haben und weiter einsetzen, weht am 8. März 2019 die Fahne zum Internationalen Frauentag vom Innsbrucker Rathaus.