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Das ehemalige Gaswerk im heutigen Rapoldi-Park wurde vor 160 Jahren durch den Augsburger Unternehmer Ludwig
August Riedinger errichtet. 1928/29 folgte die Errichtung des städtischen Hallenbades. Panoramaansicht 1936.
Das ehemalige Gaswerk im heutigen Rapoldi-Park wurde vor 160 Jahren durch den Augsburger Unternehmer Ludwig August Riedinger errichtet. 1928/29 folgte die Errichtung des städtischen Hallenbades. Panoramaansicht 1936.

Licht für die Stadt

Vor 160 Jahren erhellten erstmals Gaslampen die Straßen Innsbrucks. Diese waren der Auftakt für eine rasante technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung. Heute kommen effiziente LED-Lichtsysteme für die Beleuchtung des öffentlichen Raumes zum Einsatz.

Beleuchtung ist für uns heute selbstverständlich. Egal, ob wir das Licht zu Hause einschalten oder wenn in der Dämmerungsstunde automatisch das Licht angeht und Straßen und Plätze ausleuchtet – wir denken nicht daran. Das war aber nicht immer so. Die Entwicklung einer künstlichen Beleuchtung und die daraus entstandene
Unabhängigkeit vom Tag-Nacht-Rhythmus haben zu massiven Änderungen im Alltag geführt. Abendliche Freizeitgestaltungen sind erst durch konstante Beleuchtungsmittel möglich geworden. Auf wirtschaftlichem Gebiet ist die Produktion von Waren aller Art an keine Tageszeiten mehr gebunden, wodurch die wirtschaftliche Leistung enorm gesteigert wurde.


Von Laternen, Fackeln und Lichtern

Die Anfänge der öffentlichen Beleuchtung in der Tiroler Landeshauptstadt sind nicht greifbar. Die erste schriftliche Nachricht stammt aus dem 16. Jahrhundert. Um die Sicherheit der BürgerInnen nach Einbruch der Dunkelheit zu gewährleisten, verlangte der Stadtrat am 4. September 1554, „… dass niemand aus der Bürgerschaft nach 9 Uhr abends ohne Licht sich blicken lasse.“ Mitte des 16. Jahrhunderts wurden Pechpfannen zur Beleuchtung der Altstadt und ihrer Tore verwendet. Mit der  Verwendung von Ripsöllampen ab 1830 beginnt das eigentliche Zeitalter der öffentlichen Innsbrucker Straßenbeleuchtung. Rund 170 auf Pfählen montierte oder in engen Gassen als Hänge- oder Armlaternen angebrachte Lampen erhellten die Stadt. Etwa 20 Jahre später verbesserte sich die Straßenbeleuchtung mit dem Einsatz von Petroleumlampen deutlich.

An der Ecke Hofgasse-Pfarrgasse befindet sich (auch heute noch) der Gasthof Goldenes Dachl. Der in der Nacht dunkle Kreuzungsbereich wurde mit einer Laterne erleuchtet. 1912.
An der Ecke Hofgasse-Pfarrgasse befindet sich (auch heute noch) der Gasthof Goldenes Dachl. Der in der Nacht dunkle Kreuzungsbereich wurde mit einer Laterne erleuchtet. 1912.

Gas und Strom

Der Augsburger Unternehmer Ludwig August Riedinger baute an der Sill das erste Innsbrucker Gaswerk. Im November 1859 wurde erstmals Gas in die Altstadt und
die heutige Innenstadt geleitet. Waren es zu Beginn rund 200 Gaslaternen, die für Licht für die Stadt Vor 160 Jahren erhellten erstmals Gaslampen die Straßen Innsbrucks. Diese waren der Auftakt für eine rasante technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung. Heute kommen effiziente LED-Lichtsysteme für die
Beleuchtung des öffentlichen Raumes zum Einsatz. die Beleuchtung der Stadt sorgten, zählte man um 1890 schon knapp 560. Ab 1905 übernahm die Stadt Innsbruck das Gaswerk und baute es laufend aus. Kurz nach dessen Inbetriebnahme wurde mit der Errichtung von Elektrizitätswerken begonnen. 1888/89 erfolgte der
Bau des Elektrizitätswerkes am Mühlauer Bach durch die Firma Ganz & Co. Die Stadt Innsbruck kaufte dieses Werk im Oktober 1897 und vergrößerte es in den
Folgejahren. In den Jahren 1901 bis 1903 wurde der Bau des Sillkraftwerkes ausgeführt. Es zählte damals zu den größten Wasserkraft-Elektrizitätswerken Europas.
Innsbruck hatte bei der elektrischen Versorgung und Beleuchtung eine Vorreiterrolle inne. Für die Ausleuchtung des öffentlichen Raumes fanden vor allem die für das
Stadtbild so prägenden Bogenlampen Verwendung. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde kontinuierlich am Ausbau des öffentlichen Beleuchtungsnetzes gearbeitet. Auch neue Glühlampentypen fanden ihren Einsatz, wie Quecksilberdampflampen, Natriumdampflampen, später dann auch energiesparende Leuchtkörper
wie Leuchtstoff- und Natriumhochdrucklampen. Im Jahr 2000 zählte man in der Alpenstadt mehr als 8.900 Straßenlampen.

Gegenwart und Zukunft

Zurzeit findet eine Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung statt, auch um der Luftverschmutzung (Abstrahlung des Lichtes in den Nachthimmel) entgegenzuwirken.
Energieeffiziente und umweltfreundliche LED-Lichter ersetzen ältere Beleuchtungskörper. Durch eine asymmetrische Anordnung der LEDLeuchten wird der Straßenraum blendungsfrei ausgeleuchtet und es dringt nur wenig Licht in den Nachthimmel. Bis 2020 soll die Umrüstung abgeschlossen sein. RK